Sanierung des ehemaligen Gaswerks in Stuttgart-Gaisburg

Seit einigen Jahren führt die EnBW Regional AG im Auftrag der Landeshauptstadt Stuttgart die Sanierung des ehemaligen Gaswerks auf dem EnBW-Gelände in Stuttgart-Gaisburg durch. Diese Maßnahme wird durch öffentliche Mittel des Landes Baden-Württemberg sowie der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert.
Auf dem Gelände in Gaisburg befinden sich die Boden- und Grundwasserverunreinigungen hauptsächlich in der ungesättigten Bodenzone sowie im Neckarkies, die überwiegend durch den früheren Gaswerksbetrieb am Standort verursacht wurden.

Das Projekt gliedert sich im Wesentlichen in vier Förderabschnitte (FA 1 bis FA 4), die neben der Dekontamination von Schadensherden im Boden auch eine Reinigung des mit Schadstoffen beaufschlagten Grundwassers mittels einer Reinigungsanlage vorsehen.

Nach positiver Realisierung der ersten drei Phasen (FA 1: Planung und Überwachung/Monitoring, FA 2: Grundwassersicherung mit Teilumschließung des Schadensbereichs/Betrieb einer Grundwasserreinigungsanlage, FA 3: Herdsanierung der Teergruben) ist das Ziel der Sanierung des Primärschadensbereichs I im vierten Förderabschnitt (FA 4) Bodenmaterial auf einer Fläche von ca. 6.500 m² auszuheben, zu entsorgen, neues Material einzubringen sowie die Oberflächen (Straßen, Rasenflächen) wieder herzustellen.

Die Sanierung des Primärschadensbereichs I (FA 4) ist Inhalt der projektbegleitenden Tätigkeit durch die RBS wave GmbH.

Da der ehemalige Produktionsstandort im Aufstiegs- bzw. im Schutzgebiet der Heilquellen Bad Cannstatt liegt, kommt der Sanierung des Primärschadensbereichs I aus umwelttechnischer und -politischer Sicht eine besondere Bedeutung zu.
Die Herausforderung der projektleitenden Tätigkeit im FA 4 ist durch die erforderlichen besonderen fachtechnischen Detailkenntnisse in einem sensiblen Spannungsfeld aus Umwelt- und Bautechnik, Umweltpolitik, der geologischen Rahmenbedingungen, des Gesundheitsschutzes und der gesetzlichen Anforderungen für die Sanierung begründet.

Im Rahmen der Dekontamination des Untergrundes erfolgt zunächst ein vollflächiger Voraushub überwiegend gering kontaminierter Bodenstoffe sowie von mineralischem Bauschutt im gesamten Primärschadensbereich I bis ca. 3,5 m unter die Geländeoberfläche. Anschließend wird im Grund-wasserkörper ein Bodenaustausch teilweise hochkontaminierter Bodenstoffe mittels Aushub innerhalb kleinräumiger Verbauelemente („Wabenverfahren“) ausgeführt.
Alle ausgehobenen Boden- und Baustoffe werden auf einer auf dem Gelände bereitgestellten Zwischenlagerfläche (ca. 5.000 m²) für die abfalltechnische Deklaration und Entsorgung zwischen-gelagert.

Neben dem hohen Schutzniveau für Arbeiten im Baufeld und auf dem Zwischenlager sowie der Reduzierung negativer Einflüsse auf die Umwelt, genießt der Arbeits- und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter am Standort absolute Priorität. Daher wird u.a. eine temporäre Einhausung auf der Zwischenlagerfläche errichtet (Grundfläche ca. 1.700 m²). Des Weiteren werden zur Eindämmung von Staubemissionen auf der nicht eingehausten Zwischenlagerfläche sowie im Baufeld bei Bedarf Nebelkanonen eingesetzt.

Das Ziel der Untergrundsanierung auf dem EnBW-Gelände ist die Beseitigung des Schadstoffgefährdungspotentials für das Grundwasser in der Kernzone des Heilquellenschutzgebiets.

Wichtige Daten im Überblick

  • Ÿ Sanierungskosten Gesamtmaßnahme: ca. 23 Mio.€ (brutto)
  • Ÿ Primärschadensbereich I (FA4)
    • Sanierungskosten: ca. 12 Mio. € (brutto)
    • Sanierungsfläche: ca. 6.500 m²
    • Tiefe der Untergrundsanierung: ca. 10 m unter Geländeoberkante
    • Entsorgung von ca. 100.000 t z.T. kontaminiertem Bodenmaterial und Bauschutt
    • Abbruch von Bestandsgebäuden
    • Rückbau und Wiederherstellung von Verkehrsflächen und Grünanlagen
    • Projektleitung für die Realisierung des Förderabschnitts 4 durch die RBS wave GmbH ab 01.05.2013
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