Wasserversorgung: Erste Schritte in Richtung Verbundsystem

Die Wasserversorgung in der Verbandsgemeinde Lambrecht muss auf sicherere Füße gestellt werden. Untersuchungen dazu liegen teils schon vor, teils sind sie in Arbeit. Und es sind bereits erste Schritte eingeleitet worden.

„Machbarkeitsstudie für eine zukunftssichere Trinkwasserversorgung in der Verbandsgemeinde Lambrecht“ ist der Titel einer Untersuchung zur Sicherung der Wasserversorgung, die das in Dahn ansässige Ingenieurbüro Dilger erstellt und im Juni im Werkausschuss vorgestellt hat. Die Studie sei auf Anregung der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Auftrag gegeben worden, sagt Volker Neumann, Leiter der Verbandsgemeindewerke.

Das Ingenieurbüro kam zu dem Ergebnis, dass für eine zukunftsfähige Wasserversorgung ein Verbundsystem im Versorgungsgebiet erforderlich sei. Wie dieses aussehen könnte, dazu legte das Ingenieurbüro vier Varianten vor. Bisher wurde in den Gremien der Verbandsgemeinde nicht über die Studie diskutiert, und es wurde auch keine Entscheidung darüber getroffen, ob die Empfehlung des Ingenieurbüros zum Aufbau eines Verbundsystems umgesetzt werden soll.

Der Grund dafür ist unter anderem, dass auf eine weitere Untersuchung gewartet wird, in der auch die Wasserversorgung der Gemeinde Weidenthal einbezogen ist. Der Verbandsgemeinderat hatte im Dezember 2020 mehrheitlich entschieden, dass die Verbandsgemeindewerke das Weidenthaler Wasserwerk und damit die Wasserversorgung von Weidenthal übernehmen. Das sei noch nicht klar gewesen, als die Machbarkeitsstudie beim Ingenieurbüro Dilger in Auftrag gegeben wurde, sagt Neumann.

Weidenthal mit einbezogen

Am 11. März 2021 wurde nach Angaben von Neumann eine weitere Untersuchung bei der Firma RBS Wave in Auftrag gegeben. Die Firma ist auf Ingenieurdienstleistungen in den Bereichen Energie, Wasser und Infrastruktur spezialisiert. Auch in dieser Studie gehe es um die Sicherung der Wasserversorgung, doch sei nun das Gebiet von Weidenthal einbezogen, so Neumann. Zudem werde eine mögliche Kooperation mit der Wasserversorgung von Hochspeyer und Enkenbach geprüft. Nach Angaben von Neumann ist in diesem Monat ein Gespräch von Vertretern der Verbandsgemeindewerke, der Verwaltung und von RBS Wave über den Stand der Studie und die bisherigen Ergebnisse geplant. Neumann geht davon aus, dass die Untersuchung im ersten Quartal des kommenden Jahres im Werkausschuss vorgestellt wird.

Die Wasserversorgung von Weidenthal ist schon seit vielen Jahren immer wieder ein kommunalpolitisches Thema und letztendlich auch ein Grund dafür, dass das Weidenthaler Wasserwerk an die Verbandsgemeindewerke gegangen ist. Das Wasser für die Weidenthaler Bürger kommt aus zwei Brunnen. Der Arsenwert des Wassers aus einem dieser Brunnen liegt über dem gesetzlich zugelassenen Grenzwert, deshalb wird schon seit Jahren das Wasser aus den beiden Brunnen gemischt. Bei dieser Mischung ist der Arsenanteil unter dem zugelassenen Grenzwert.

Wie kann der Arsenwert reduziert werden?

Nach Angaben von Neumann haben die Verbandsgemeindewerke beim Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe eine Untersuchung in Auftrag gegeben zur Frage, wie der Arsenwert des Wassers aus dem höher belasteten Brunnen reduziert werden kann. Auch diese Untersuchung soll im ersten Quartal 2023 vorliegen.

Wenngleich noch keine definitive Entscheidung gefallen ist, haben die Werke doch schon erste Schritte zum Aufbau eines Verbundsystems eingeleitet, berichtet Neumann. So sei beim Bau des Radwegs entlang der Bundesstraße 39 zwischen Neidenfels und Frankeneck im vergangenen Jahr bereits eine Wasserverbindungsleitung zwischen der Abzweigung Deidesheimer Weg in Neidenfels und dem Neubaugebiet Am Katzenstein in Frankeneck gelegt worden. Inzwischen hätten die Werke einen Zuschuss beantragt, um im Bereich des Baugebiets eine Druckerhöhungsanlage installieren zu können. Außerdem solle beim geplanten Bau des noch fehlenden Abschnitts eines Radwegs zwischen Neidenfels und Weidenthal entlang der B39 eine Wasserverbindungsleitung vom Wasserwerk Fischertal in Richtung Neidenfels gelegt werden, so Neumann.

Dieser Artikel wurde am 14.11.2022 von der Zeitung „Die Rheinpfalz“ veröffentlicht.